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Travel Guide Marrakesch – 12 essentielle Tipps für euren Marrakesch Urlaub

By Posted on 7 9 m read 1.4K views

|WERBUNG| Buntes Treiben auf den Märkten, Mosaike wo man nur hinschaut und der exotische Duft von frischem Minztee – Marokkos rote Stadt kann so unglaublich überwältigend sein. Meine erste Begegnung mit Marrakesch, und damit auch mein erstes Mal Afrika überhaupt, liegt zwar schon wieder eine Weile zurück, aber die vielen Eindrücke und kulturellen Kontroversen waren so eindringlich, dass ich euch 12 essentielle Tipps für euren Marrakesch Urlaub mit auf euren Weg geben möchte.

Marrakesch – die Perle des Südes – im südwesten Marokkos, zählt zu einer der vier marokkanischen Känigsstädte. Mit über einer Millionen Einwohner ist sie ein wichtiges Wirtschaftszentrum des Landes und bietet neben geschäftigen Händlern, viele Moscheen, Paläste und Gärten. Die von Mauern umgebene mittelalterlichen Medina (Altstadt) zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zwischen ihren labyrinthischen Gassen finden sich geschäftige Souks (Märkte), auf denen traditionelle Kleidung, Töpferei und Schmuck angeboten werden.

 

I. Beste Reisezeit für Marrakesch

Wer in den Souks von Marrakesch nicht bei sengender Hitze einen Kreislaufkoller erleiden möchte, sollte die Sommermonate (Juni-August) wirklich meiden, denn hier können die Temperaturen deutlich über 40°C steigen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Hitze, gepaart mit den Menschenmassen, Abgasen und engen Gassen, für den ein oder anderen wirklich unerträglich sein könnte (wäre für mich z.B. auch nichts). Hier empfiehlt es sich deshalb wirklich im Frühjahr oder Herbst vorbeizuschauen. Wir selbst waren anfang November vor Ort und hatte tagsüber sehr angenehme 23°C. Wer zur gleichen Zeit dort ist sollte aber trotzdem einen Übergangsmantel parat haben, denn abends kühlen die Temperaturen deutlich runter (unter 10°C).

 

II. Hotel oder Riad?

Auf der Suche nach dem ultimativen marokkanische Erlebnis? Dann solltet ihr auf jeden Fall ein traditionelles Riad für euren Urlaub in Betracht ziehen. Diese meist privat geführten Häuser sind mit einem liebevoll gestalteten Innenhof bzw. inneren Garten ausgestattet und verfügen auch gerne über eine wunderschöne Dachterrasse und oder sogar einen Pool. Die Preise für eine Übernachtung können hier übrigens sehr unterschiedlich ausfallen und ihr müsst hier sicherlich auch kein 5 Sterne Luxus Riad buchen um einen gewissen Standard zu bekommen. Als Vergleich: Während wir über Voyage Privé für unseren gesamten Urlaub (7 Nächte) gerade Mal 460 Euro pro Kopf bezahlen mussten und dabei im wunderschönen und unglaublich sauberen 3 Sterne Riad Sapphire & Spa unterkamen, gibt es bekannte Luxus Riads bei denen ihr diesen Betrag für eine einzige Nacht bezahlen müsst (ohne Flüge versteht sich).

III. Direkt bei Ankuft

Bevor nun der Urlaub überhaupt losgeht müsst ihr bei eurer Ankunft am Flughafen in Marrakesch erstmal die Zähne zusammenbeissen, denn es geht zuallererst zur langatmigen Passkontrolle. Schnappt euch unterwegs unbedingt ein Einreiseformular (sind überall ausgelegt) und stellt euch so schnell es geht in der Schlange an (vorher allerdings nicht den Gang zur Toilette vergessen). Das Formular könnt ihr auch noch in aller Ruhe in der Schlange ausfüllen (ganz wichtig: Kugelschreiber einpacken!). Je nach Reisezeitpunkt braucht ihr 30 Minuten bis 5 Stunden (!!!) durch die Kontrolle. Zum Vergleich: Wir kamen an einem Samstag an und standen fast 4 Stunden in der Schlange – Fazit: Vermeidet es, wenn möglich, an einem Wochenende anzureisen!
 

IV. Das liebe Geld

Wer in Marrakesch unterwegs ist sollte genügend Bargeld für sein Vorhaben dabei haben, denn zum einen entpuppt sich die Suche nach ATM’s (zu Deutsch: „Geldschalter“) als äußerst schwierig (in den Souks haben wir nach langem hin- und hergerirre einen Einzigen gefunden) zum anderen werden hier fast nirgendwo Kreditkarten als Zahlungsmittel akzeptiert. Aber Vorsicht bei der Ein- bzw. Ausfuhr: Marokkanische Währung darf weder ein- noch ausgeführt werden! Wechselt am Besten direkt am Flughafen, auch wenn dort der Wechselkurs natürlich nicht der allerbeste ist. Besser als verzweifelt einen Geldschalter suchen, ist es alle mal.

 

V. Mit dem Taxi durch Marrakesch

Vorsicht Abzocke! Bereitet euch bitte seelisch und mental darauf vor, dass ihr in Marrakesch nicht drumrum kommen werdet mit den Taxifahrern ellenlange Diskussionen darüber zu führen, was ihr für einen einfache Fahrt bereit seid zu zahlen und was nicht. Wenn möglich lasst euch direkt von eurer Unterkunft aus ein Taxi mit Festpreis bestellen und stellt sicher, dass dieser Festpreis sich bei eurem Einstieg nicht in Luft aufgelöst hast.

Die Managerin unseres Riads war so freundlich uns direkt daraufhinzuweisen, dass eine einfache Fahrt innerhalb der Altstadt nie mehr als 10 dh kosten dürfte, Touristen aber meist mit 50 – 60 dh abgespeist werden würden. Für Fahrten vom Flughafen zur Unterkunft sollen teilweisen sogar unverschämte 350 dh verlangt worden sein, obwohl man diese Strecke für rund 70 dh bekommen kann. Taxifahrer schlagen zudem automatisch schon Trinkgeld auf ihre Preise drauf (außer ihr erhaltet die einheimischen Preise), also lasst euch bloß nicht belabern wenn derjenige im Anschluss sein „Tip“ verlangt.

Solltet ihr einen sympathischen Taxifahrer an Land gezogen haben, könnt ihr euch von diesem meist die Handynummer geben lassen und ihn somit „privat“ buchen wann immer ihr ihn braucht (Französischkenntnisse sind hier Gold wert!).

 

VI. „Go with the Flow“

Marrakesch ist eine unglaublich hektische Stadt und anfangs wird man hier wirklich gnadenlos überfordert sein, was das Vorankommen auf den Straßen anbelangt. Ich würde es sogar eher als „Hindernislauf im Indiana Jones Stil“ betiteln, denn überall lauern gefahren, in Form von Motorrollern, Schubkarren, Gerüstbauern uvm, denen es auszuweichen gilt. Reagiert man nicht schnell genug, kann es böse enden. Wer hier also vorwärts kommen möchte, muss sich ganz klar den Gegebenheiten anpassen. Aber keine Angst: Es passiert von ganz alleine, dass man systematisch anfängt, schnellen Schrittes, so weit wie möglich am Rand entlang zu laufen oder Hindernissen mit einem gekonnten Sprung ausweicht.
 


VII. Die Freundlichkeit der Marrokaner

Gut gemeinte Ratschläge und offenkundige Hilfsangebote von Marokkanern, ohne nach diesen gefragt zu haben, solltet ihr in 100% der Fälle dankend ablehnen. Das mag im ersten Moment hart klingen, begegnen einem auf unseren Weg doch meist kleine Kinder, die uns ihre Ortskenntnisse anbieten. Glaubt mir aber, wenn ich euch sage, dass diese im Nachhinein immer eine Entlohnung für ihre „Dienste“ verlangen und man meist gar nicht dort ankommt, wo man eigentlich hin wollte. Ganz dubios kommen die Jungs daher, die gegen Abend in manchen Gassen rumlungern und behaupten der Weg sei gesperrt und sie wüssten einen besseren/schnelleren/einfacheren Weg (woher wissen die denn alle wo wir hinwollen?). Ignoriert solche Angebote bitte unbedingt, denn es handelt sich in allen Fällen um betrügerische Tätigkeiten.

 

VIII. Fotografieren in Marrakesch

Voller Erwartungen trug ich die ersten Tage stets meine Kamera griffbereit bei mir, bis es mir irgendwann klar wurde… Wer dachte in Marrakesch an jeder Ecke schöne Fotos machen zu können, den muss ich leider enttäuschen. Die meisten von Pinterest und Instagram bekannten Fotos entstanden in Luxus-Riads und seltener außerhalb.

Marrakesch ist sicherlich interessant und abenteuerlich, aber leider an vielen Ecken zerstört und daher nicht sonderlich fotogen. Zudem ist der alte Stadtteil von Einwohnern und Touristen meist völlig überfüllt, was einem das Fotografieren zusätzlich erschwert. In den Souks selbst ist es außerdem nicht gerne gesehen. Sollte man doch mal, ohne vorher nach einer Genehmigung zu fragen, den Fotoapparat zücken, so wird man von den Standbesitzern meist direkt zur Kasse gebeten (und das auch nicht gerade freundlich).

Wie es innerhalb der bekannten Tourispots ausschaut, könnt ihr euch an dieser Stelle sicher vorstellen – eine Masse von Menschen die Schlange stehen, um an den wenigen fototauglichen Ecken von sich behaupten zu können: „Ich war auch mal da“… Für mich ist das leider gar nichts und so war ich nach kürzester Zeit ziemlich genervt von dem Andrang und verzichtete freiwillig auf’s Schlange stehen und widmete mich in dieser Zeit dann doch lieber der Natur und meiner Liebe zum Detail.
 


IX. Richtig handeln sollte geübt sein

In Marrakesch gehört es zum guten Ton mit den dort ansässigen Händlern ein ordentliches Verhandlungsgespräch zu führen – So zumindest in 70% der Fälle. Viele Marokkaner haben schon gar keine Lust mehr auf Verhandlungen mit uns Touristen und starten die Konversationen direkt mit der Frage: “ Do you wanna play a game oder do you want my last price?“. Die altbekannte Regel: „Starte bei 50% des angebotenen Preises mit den Verhandlungen“ zieht hier in den meisten Fällen übrigens nicht mehr. Grund dafür sind WIR.
In den letzten Jahren haben wir die Unterhaltskosten der Marokkaner so in die Höhe getrieben, dass diese sich teilweise nicht mal mehr ihre eigenen Mieten leisten können (dies erzählte uns übrigens einer unserer Taxifahrer). Ein Teufelskreis. Daher solltet ihr für euch entscheiden was ihr bereit seid für einen gewünschten Artikel zu bezahlen und euch ggfs. einfach in der Mitte treffen. Glaubt mir ihr werdet immer noch einiges sparen im Vergleich zu den deutschen Preisen.

Grundsätzlich solltet ihr übrigens nie tatsächliches Interesse an einem Artikel zeigen (auch wenn ihr euch gerade Hals über Kopf in diesen verguckt habt) und dem Händler auch klar und deutlich suggerieren, dass ihr diesem Gegenstand eigentlich gar nicht braucht. Wenn der Händler das Gefühl hat er würde euch die Ware aufschwatzen, fängt er an mit den Preisen von alleine runterzugehen. Wenn ihr jetzt noch während den Verhandlungen das Geschäft verlasst, kommt er euch in den meisten Fällen mit seinem finalen Preis hinterhergerannt. Hier dürft ihr nun gerne zuschlagen. Have fun!
 

X. Der Genuss von marokkanischen Speisen

Wenn ihr mal vor Ort seid müsst ihr unbedingt die typischen marokkanischen Speisen probieren: Tajine, Couscous oder frische Falafel von den Straßenmärkten, in den meisten Fällen nicht nur gesund, sondern auch unglaublich lecker. Allerdings solltet ihr sicherheitshalber immer eine Packung Magentabletten auf Vorrat haben. Nicht jeder verträgt die Gewürzkombinationen ohne weiteres und wer eh schon öfters Magenprobleme hat, sollte es besser gänzlich vermeiden hier frische Salate zu essen (man weiß ja nie ob diese richtig gesäubert wurden). Ich bin bei diesem Urlaub noch glimpflich davon gekommen und hatte nur einen Abend leichte Bauchschmerzen. Meine Freundinnen quälten sich allerdings eine Woche lang mit Magen-Darm Beschwerden rum.
 


XI. Andere Länder, andere Sitten

Wer sich für einen Urlaub in Marrakesch entscheidet muss sich darüber im Klaren sein, dass hier andere Gegebenheiten herrschen. Wir sind hier in einem muslimischen Land in dem Tiere lediglich als Nahrungsquelle und Nutztiere dienen. Kaum einer hält sich hier ein Haustier. Esel und Kamele stehen mit den Füßen gefesselt meist stundenlang, und ohne ein Schluck Wasser, in der prallen Sonne. Katzenbabys in Shops dienen lediglich dazu die Aufmerksamkeit auf die angebotene Ware zu richten (auch hier wird direkt Geld verlangt, wenn man ein Foto der Babys machen will).

Auf dem Weg nach Essaouria machten wir kurz auf der Landstraße halt. Wir sahen hier unzählige Ziegen auf Arganbäumen stehen und wollten uns davon überzeugen, ob diese tatsächlich freiwillig ihren Weg auf die Bäume fanden. Natürlich war dem nicht so und jede Ziege wurde mindestens an einem Bein mit einem Strick an den Ästen festgebunden. Stundenlang mussten die armen Tiere so ausharren und das nur um Touristen Geld für ein Foto mit den Ziegen abzuknöpfen! Solltet ihr dort einmal halt machen, dann zügelt euch nicht zu sagen wie schrecklich ihr das findet!
 

XII. Was bei der Abreise zu beachten ist

Ähnlich wie bei eurer Anreise landet ihr hier erstmal wieder bei der Passkontrolle. Schnappt euch dieses mal das Ausreiseformular bevor ihr euch in der Schlange anstellt. Möchtet ihr euren Flug nicht verpassen, solltet ihr mindestens 2,5 besser sogar 3 Stunden früher da sein. Habt ihr bereits einen geplanten Transfer in eurer Reise inklusive könnt ihr in eurer Unterkunft fragen, ob diese für euch den Transfer früher bestellen können.
 

Wie ihr nun selbst gelesen habt gibt es natürlich nicht nur Positives aus Marrakesch zu berichten. Die kulturellen Differenzen werden immer Gesprächsthema sein und dürfen auch nicht außer Acht gelassen werden. Ob ich noch einmal nach Marrakesch zurückkehre lasse ich an dieser Stelle mal offen. Für einen kurzen Abstecher zum Shoppen wäre es auf jeden Fall eine Reise wert, aber vielleicht verbringe ich das nächste Mal die restliche Zeit dann lieber ruhig und abgeschottet in einem schönen Riad. Die Erholung solltet schließlich nicht zu kurz kommen.

*Dieser Beitrag enthält freiwillige und unbezahlte Verlinkungen.
Manche der hier verwendeten Fotos habe ich von der freien Fotoplattform Unsplash entnommen

XOXO
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7 Comments
  • Tina
    Januar 9, 2019

    Was für tolle Fotos. Marrakesch ist schon auch interessant, allerdings habe ich momentan eher Ziele in Europa, vor allem im Norden und Süden ;)

  • Steffi
    Januar 9, 2019

    Hallo liebe Steffi,
    ein richtig toller und ehrlicher Bericht über Marrakesch, den ich sehr gerne gelesen habe. Tolle Tipps, um nicht in die Touri-Fallen zu geraten. Deine Fotos sind wunderschön geworden mit viel Liebe zum Detail. Beim letzten Bild mit dem kleinen Kätzchen musste ich kurz innehalten. Sie sah unserer Baileys, die leider letztes Jahr verstorben ist, extrem ähnlich. Es könnte sie sein auf dem Foto.
    Ganz liebe Grüße,
    Steffi

  • Oliver
    Januar 10, 2019

    Danke für die tolle Zusammenfassung. Ich werde Marrakesch auf meine Reiseliste packen.
    Viele Grüße
    Oliver von http://www.myinvestmenttipp.com

  • I need sunshine
    Januar 10, 2019

    Marrakesch ist ja echt Trendreisezeil geworden aber nach deinem Beitrag weiß ich jetzt, dass das mehr Schein als Sein ist. Natürlich kann man sich schon vorher denken, dass nicht immer alles so toll ist, wie man es auf Instagram vermittelt bekommt. Doch es tut gut auch mal einen erfrischend ehrlichen Beitrag zu lesen. Ich glaube nach dem Lesen deines Beitrags wäre Marrakesch für mich zumindest aktuell nicht das richtige Reiseziel.

    Viele Grüße,
    Diana

  • Yva
    Januar 10, 2019

    Die Fotos sind er Wahnsinn. Fühlt man sich gleich hineingezogen in diese andere Welt. Und ich finde es gut Tipps zu allen Dingen zu finden, denen man sonst dort erst ausgeliefert ist. So kann man sich jetzt schon darauf vorbereiten. Wie zum Beispiel mit dem Geldautomaten.
    Ich verliebe mich gerade durch deine Fotos in Marrakesch.

  • konstantin
    Januar 10, 2019

    Wow, ein toller Beitrag und klasse Bilder.
    Jetzt habe ich allerdings wieder Fernweh. :D
    Marrakesch stand sowieso auf meiner Liste und nun freue ich mich umso mehr drauf.

    Liebe Grüße
    Konstantin

  • Anja S.
    Januar 11, 2019

    Danke für den tollen Bericht. Ich war leider noch nie in Marrakesch, aber es klingt wirklich schön und die Bilder sprechen für sich. Mit gefällt übrigens Dein Blogdesign sehr gut.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de